Wahrnehmung des Bienenvolkes als Organismus

Königin bei der Eiablage

Königin bei der Eiablage

Die Honigbiene existieren seit etwa 100 Millionen Jahren auf der Erde – also schon etwa 500 mal länger als der modernen Mensch. Etwa 80% aller Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Wild- und Honigbienen angewiesen und jeder dritte Bissen, den wir zu uns nehmen, entsteht erst durch die Bestäubung durch Bienen.

Das Bienenvolk ist ein Superorganismus, dessen Fähigkeiten über das Vermögen der einzelnen Biene weit hinausgehen. Der Thüringer Imker Ferdinand Gerstung formulierte aus dieser Vorstellung des Bienenvolkes als Ganzheit den Begriff des „Bien“. Der Bien hat z.B. die Fähigkeit, seine Temperatur relativ konstant auf ca. 35°C zu halten – ähnlich unserer Körpertemperatur.

Der Mensch hat die Bienen durch einen mechanistischen Umgang und züchterische Tätigkeit, industrielle Landwirtschaft und Globalisierung mittlerweile in eine starke Abhängigkeit zu sich gebracht. Ich wünsche mir Bienen, die auch ohne den Menschen überlebensfähig sind.

Für mich ist es selbstverständlich, dem Bien zu ermöglichen, sein Wabenwerk nach eigenen Bedürfnisse im Naturwabenbau zu errichten, Honig als Winterfutter im Stock zu belassen, Waben nicht beliebig zu drehen oder umzuhängen, Königinnen nicht durch Beschneiden der Flügel zu verstümmeln oder künstlich instrumentell zu besamen.

Ich führe keine Maßnahmen zur künstlichen Steigerung des Honigertrags durch, z.B. gezielten Königinnenaustausch. Der Verbleib von Königinnen im Volk wird durch den Bien bestimmt, sofern nicht wichtige Gründe der Bienengesundheit dagegen sprechen.

 

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